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Graphotherapie:

Charakterformung durch die Handschrift

Graphotherapie ist eine moderne Form "reverser Psychologie". Sie nutzt den Zusammenhang von Handschrift und Charakter, um ganz gezielte Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen zu erreichen.

Gedanken, Emotionen und Persönlichkeitsdimensionen übertragen sich mittels feinmotorischer Reaktionsbildungen in die Handschrift, so daß ein ganz typisches und individuelles Schriftbild entsteht, welches in seiner Einzigartigkeit die Singularität des Schreibenden widerspiegelt.

Nicht ohne Grund bleibt die Signatur, die Unterschrift der einmalige und nur schwer verfälschbare Ausdruck des Individuellen. Und doch bleibt die Handschrift nicht, wie sie ist. Sie verändert sich mehr oder weniger im Laufe des Lebens, ebenso wie sich die Persönlicheit des Menschen wandelt, anpaßt und entwickelt.

Am Anfang erlernt jeder Schüler das Schreiben nach der gleichen Vorlage. Über Jahre hinweg erlernt er unter zum Teil großen Mühen so zu schreiben, wie alle anderen und sich möglichst genau der Schablone anzupassen.

Jedoch bleibt alles Bemühen um Einheitlichkeit vergebens, denn letztlich bewegt sich die Handschrift des Einzelnen immer weiter von der Vorlage weg - hin zum individuellen Ausdruck. Je automatischer, selbständiger und somit auch leichter sich die Schreibbewegung auf dem Blatt Papier entwerfen kann, desto stärker kann der unbewußte Impuls sich niederschlagen und der Handschrift seinen Stempel aufdrücken. Die Handschrift wird mehr und mehr zur Hirnschrift. In ihr tritt symbolisch über Analogismen und Signaturen das Innerste nach außen.

Die Graphotheraphie macht sich nun diesen unauflösbaren Nexus zunutze und kehrt ihn gewissermaßen um. Es handelt sich um eine Art reverser Graphologie, um eine Transformation und Transkription der Persönlichkeit durch das Mittel der Handschrift und über den Weg des mit der Feinmotorik verknüpften Unbewußten.

 

Vorgehensweise:

1. allgemeine Anamnese

2. graphologische Diagnostik

3. graphotherapeutische Intervention

4. intermediäre Evaluation und ggf. erneute graphotherapeutische Intervention

 

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